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Rangers Langweid 82 eV

Sportgemeinschaft aus Langweid a. Lech

Langweider Ortsgeschichte
Langweid, Lancwaidt (die große oder lange Weide), Lanquat, Longa Quinta verdankt seine Entstehung den Römern, die schon im Jahre 41 n. Chr. an diesem Platz zur Bewachung ihrer Heerstraße nach der Mündung des Lechs eine Militärstation errichteten. Später ließen sich dann römische Kolonisten und keltische Ureinwohner an [Staatsstraße Via Claudia] nieder. Die Namensform Lanchwate findet sich erstmals 1143. Dem Domkapitel zu [Augsburg] gelang es, den damals bezeugten Besitz in Langweid durch Schenkungen und Kauf zu erweitern und bis zur Säkularisation 1803 die Grundherrschaft auszuüben.

Im Frühjahr 1641 besetzte der [Schwedenkönig Gustav Adolf] die Stadt Augsburg, seine Gemahlin Eleonore quartierte sich für mehrere Monate auf Schloß Markt bei Biberbach ein. In der Endphase des Dreißigjährigen Krieges wurde auch Langweid von der abziehenden schwedischen Soldateska empfindlich heimgesucht. 1740 lagen hessische Truppen in Langweid im Quartier. Sie hinterließen bei ihrem Abzug ein total verschuldetes Dorf. Im September 1796 wird Langweid von den französichen Truppen ausgeplündert. Im Jahr 1828 forderte in Langweid eine Seuche einige Todesopfer in den Familien. Seit dem [Reichsdeputationshauptschluss] von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.Es gab aber auch freudige Ereignisse in Langweid. Die Dorfchronik berichtet, dass bei der Durchreise durch Langweid viele hochedlen Herrschaften in der Gastwirtschaft zum Goldenen Stern abstiegen. Auch [König Ludwig I. von Bayern] zog im Jahr 1829 durch die Ortschaft.

Das Dorf erhielt zwischen 1842 und 1844 bereits eine Haltestelle der Donauwörther Eisenbahn. Aus Sicherheitsgründen war zwischen Bahnlinie und Dorf ein Mindestabstand von 800 Meter einzuhalten. Ab dem Jahr 1871 hielten die Züge auch am Langweider Bahnhof der für 4092 Gulden erbaut wurde. Ein Zugunglück gab es in der Nacht vom 12. auf den 13.09.1944 beim Bahnhof Langweid. Beteiligt war ein Güterzug, der mit Trockenkäse beladen war und ein mit etwa 120 KM fahrender Schnellzug. Es gab wie durch ein Wunder nur einige Verletzte.

Der erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 fordert auch in der Gemeinde Langweid gefallene Soldaten. Der Zweite Weltkrieg bringt für Langweid und Umgebung eine erhebliche Gefährdung durch Luftangriffe auf den in der Nähe liegenden [Flugplatz Gablingen]. Der Flugplatz diente seit Anfang 1944 als Außenlager des KZ Dachau. 600 Häftlinge arbeiteten hier als Zwangsarbeiter für die [Messerschmitt AG]. Am 24.04.1944 greifen ca. 200 alliierte Bomber den Flugplatz Gablingen an. Dabei gibt es im heutigen Ortsteil Stettenhofen Einschläge von Sprengbomben, die vier [Kindern das Leben] kostet. Bei einem Bombenangriff am 18.07.1944 auf die Werke der IG Farben in Gersthofen und den Gablinger Bahnhof wird ein Kesselwagen mit 38 Tonnen Chlor getroffen. Durch das ausströmende Gas ist der Ortsteil Stettenhofen stark in Mitleidenschaft gezogen. Mit dem Einmarsch der amerikanischen Truppen am 27.04.1945 ist dann das Kriegsende auch für die Gemeinde Langweid gekommen. Nach Ende des Krieges hatte die Gemeinde Langweid ca. 800 Einwohner.

Gasthof Goldener Stern 1936
Nachbildung des Meilensteins an der Via Claudia bei Langweid
Luftbild mit Kirche und alter Schule aus dem Jahr 1961
Der Lech bei Langweid
Der Lech. Eine der größten Sorgen der Langweider Bürger war der [Lech]. Er überschwemmte im Frühjahr und im Herbst die ganze Umgebung und dehnte sich oft aus bis zum Ortsrand. Der Lech entspringt im Formarinsee, am Fuß der Rotwand in Vorarlberg. Der Lech war in der Vergangenheit nicht schiffbar, aber er taugte zur Flößerei. Das Holz wurde von Füssen aus nach Augsburg, die Donau abwärts nach Regensburg, Wien oder sogar ins Ungarische gebracht. 1570 wurden z.B. 1502 Flöße auf dem Lech gezählt. Jedes Jahrhundert gab es mehrere Überschwemmungen. Die letzten großen Hochwasser sind 1910, 1932, 1947 und erst vor wenigen Jahren 1999 verzeichnet worden. Deshalb wurden 1627 bereits Pläne erstellt, die dem Lech ein neues Flussbett geben sollte. Erst im Jahr 1777 legte das Domkapitel einen Hauptuferdamm an, der der Langweider Bevölkerung für einige Zeit Ruhe versprach. Im 19. Jahrhundert wurde laufend an der Befestigung des Lechufers gebaut. Aber erst durch die Bau eines Kanals ab 1898 konnte der Lech in sein jetziges Bett gezwängt werden. 1901 waren 360 Arbeiter mit dem Bau des [Lechkanals] beschäftigt. Gegen Ende 1908 war der Bau des Lechkanals weitgehend abgeschlossen. Die Folge war jedoch für die Gemeinde eine Senkung des Grundwasserspiegels. Der Bau des von Pumpstationen und Wasserleitungen war deshalb notwendig. Der Langweider Wasserturm ist heute noch ein Zeugnis dieser Baumassnahmen. In dieser Zeit erbauten die Lech Elektrizitätswerke ein Kraftwerk am Lech. Das Kraftwerk brachte es mit sich, dass Langweid ab 12.02.1908 eine elektrische Dorfbeleuchtung hatte. Um das Jahr 1912 wurde auch die Brücke über den Lech errichtet. Abziehende deutsche Truppen sprengten 1945 die Brücke. Sie wurde erst im Jahr 1952 wieder erstellt.
Arbeiter beim Bau es Lechkanals 1908
Abt Norbert Weber
Die Langweider Kirche. Eine Kirche in „Lanchwate“ wird schon 1143 als zum Augsburger Domkapitel gehörig erwähnt. Die Kirche St. Vitus erhielt 1677 einen neuen Hochaltar, 1694 eine neue Kanzel. 1727 wurde sie dann Gersthofer Maurermeister Hans Socher verlängert und bekam neue Seitenaltäre. Im Oktober 1777 waren alle Arbeiten abgeschlossen. Das dazugehörige Pfarrhaus ist ein nördlich der Pfarrkirche an der Hauptstraße gelegener zweigeschössiger Massivbau. Der Neubau erfolgt im Jahr 1680 und 1776 wurde nochmals ein größerer Umbau durchgeführt.
Die Kirche St.Vitus in Langweid
Der Langweider Bahnhof um 1871
Langweid im Jahr 1928
Hier kann man die Glocken von St.Vitus hören!
Historische Links
Seit vielen Jahren erforscht Dr. Lehmann mit wechselnden Schülergruppen des Paul-Klee-Gymansiums das Schicksal ehemaliger Zwangsarbeiter im Landkreis Augsburg. Unter [www.zwangsarbeit-gersthofen.de] wird ein Überblick über die Zwangsarbeit im Großraum Gersthofen während des 2. Weltkriegs gegeben.
Historische Landkarten der Gemeinde Langweid
Topographischer Atlas vom Königreiche Baiern aus dem Jahr 1889 Zum Vergrößern bitte klicken !
Chorographia Bavariae aus dem Jahr 1651 Zum Vergrößern bitte klicken
Bairische Landtaflen aus dem Jahr 1568 Zum Vergrößern bitte klicken
Das Copyright für alle Karten liegt bei der Bayerischen Staatsbibliothek. Eine Folgeverwertung von Webdokumenten ist nur mit Zustimmung der Bayerischen Staatsbibliothek möglich.
Personen der Zeitgeschichte
Person
Geschichte
Quellen
Norbert (OSB) Weber

Benediktinermönch, Abt, Missionar

( 20.12.1870 , Langweid a. Lech - 03.04.1956 , Peramiho (Afrika) )

Ab 1902 Abt des Klosters St. Ottilien und verantwortlich für die Missionsstationen in Daressalam und Deutsch-Afrika. 1905 Visitationsreise nach Afrika. Ab 1908 Mission in Korea, 1913 Errichtung der Abtei St. Benedikt in Seoul. Richtete im 1. Weltkrieg ein Lazarett in St. Ottilien ein. Ausstellung Bayern-Bilder, Haus der Bayerischen Geschichte, 2001
Paul Klee

Maler (Expressionismus)

(18.12.1879,Münchenbuchsee bei Bern - 29.06.1940, Locarno-Muralto)

Der Maler leistete vom 15.01.1917 bis Dezember 1918 auf dem Flugplatz Gersthofen (Fliegerschule 5) als Schreiber seinen Militärdienst ab. Im Frühjahr 1917 entdeckt er die Lechauen bei Langweid. Diese werden Vorlage für viele Aquarelle und Zeichnungen. Homepage des Paul-Klee-Gymnasiums Gersthofen
Quellenhinweis

Die Informationen und einige historische Bilder wurden teilweise aus folgenden Büchern entnommen:

  • "Langweid, wie es früher war" - Autor: Vitus Koppold - erschienen zur 850 Jahrfeier der Gemeinde 1993 *).
  • "Stettenhofen - Die Geschichte eines Ortes" - Autor: Hans Immerz - Erschienen 2003 *).

*) Diese Bücher sind bei der Gemeinde Langweid erhältlich.

Ortsplan der Gemeinde Langweid Karte Landkreis Augsburg
Update: 17.10.2011